Warum tun wir uns das an?? – Location Based Services

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum deine Freunde auf Facebook immer an irgendwelchen Orten einchecken? Oder was daran so toll ist, bei Foursquare Bürgermeister von einem Supermarkt zu sein?

Das sind die Fragen, die Kerstin Blumberg in ihrer Masterarbeit an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover zu beantworten versucht. Und die Fragen sind ja nicht unberechtigt.

Einer aktuellen comScore-Umfrage zufolge nutzen in USA etwa 16,7 Mio Mobilfunknutzer Check-In Services. Das sind etwa 7% aller Mobiltelefonbesitzer. Nimmt man nur die Besitzer von Smartphones in den Blick, sind es  zwar nur noch 12,7 Mio Nutzer – was allerdings 17,6% dieser Anwendergruppe entspricht. Und die Zahlen steigen!

Gleichzeitig scheint das Nutzungsverhalten aber auf einzelne Personengruppen fokussiert zu sein. Zum einen – natürlich – auf das Alter. Laut comScore sind mehr als 50% der Check-In Nutzer im Alter zwischen 18 und 34 Jahren (58,5%). Nimmt man noch die 35-44jährigen hinzu, sind es sogar 77,2%.

Auf der anderen Seite handelt es sich wohl um eine Männerdomäne: Nach einer Studie von eMarketer verweigern 77% der weiblichen Mobiltelefonnutzer die Benutzung von LBS. Meist mit der Begründung, Angst vor Belästigung zu haben.

Genau diesen Fragestellungen geht Kerstin in ihrer Onlineumfrage nach. In etwa 10-15 Minuten bittet sie um Antworten zum eigenen Nutzungsverhalten und zu den eigenen Ängsten und Erwartungen. Der Zugang findet sich hier:  http://ww3.unipark.de/uc/MA-Arbeit_2011/Location_Sharing_Services/ . Aufgerufen sind alle Internetnutzer – ganz egal, ob Ihr diese Art von Services nutzt oder nicht. Die Ergebnisse werden sicher spannend sein. Wir werden zu gegebener Zeit berichten!

Stay tuned!
Martin

Beyond our fences… von Gräben und Zäunen

Vor wenigen Tagen war es wieder soweit: ich habe der Welt mitgeteilt, was die Welt eigentlich gar nicht wissen wollte – ich bin im Urlaub. Weit weg. In der Sonne.

Nein! Ich habe keine Werbeminuten im Fernsehen gebucht und keinen Zeppelin aufsteigen lassen. Ich habe mich einfach eingechecked. Am Ocean Drive, Miami Beach. Toll!

Und da waren sie wieder, die Fragen die Generation-Online bewegen:

  • Ist das schlau?
  • Muss das sein?
  • Interessiert das irgendjemand?
  • Was hab ich davon?

Zumindest die ersten Fragen scheinen eher philosophischer Natur und  ohne echten Anspruch auf zweifelsfreie Antwort. Gräben tun sich auf zwischen den Verfechtern der omnilokalen online-user und jener, die ihre behauptetermaßen reale Offline Welt verteidigen müssen. Erstaunlicherweise sind sich aber diejenigen nicht einig, die ansonsten wenige Probleme damit haben, immer online zu sein.

Diverse Argumente werden hervorgezaubert: Von angeblich steigenden Einbruchszahlen bis hin zur Angst vor totaler Überwachung – durch unsere Freunde ebenso wie den Anbieter der Checkin-Plattform.

Aber ist dies so? Oder ist es nicht vielmehr so, dass wir mit den Zäunen in unseren Köpfen umzugehen lernen müssen, die uns in einem Zeitalter gefangen halten, in dem ich meinen Urlaubsstandort nur ausgewählten Mitgliedern meines Netzwerks aufwändig analog mitteilen konnte – vermittels einer Postkarte?

Allein: Was bringt es mir? Der Neid der Welt hält sich in Grenzen: Mehr als ein paar nüchterne “gefällt mir..” kann ich in einer von Reizen überfluteten Welt wohl nicht erwarten. Vielen Dank, dass überhaupt irgendjemand wahrgenommen hat, dass ich nicht da bin!

Wäre es nicht toll, wenn meine unerwartete Anwesenheit an einem mir fremden Ort auch von denen wahrgenommen würde, die mir genau dort ihre Aufmerksamkeit zukommen lassen könnten? Menschen die meine Interessen teilen, Dienstleister die meine Wünsche kennen,.. Dummerweise weiß keiner von denen irgendetwas von meiner Anwesenheit.. Die Zäune rund um meine Anwesenheit sind unüberwindlich. Kaum ein Dienst hat Zugriff auf meinen Schrei in der Einsamkeit – sei es aus technischen Gründen, oder weil ich aus Gründen des persönlichen Schutzes nur im Verschwiegenen schreie (siehe oben).

Wir sind hier angetreten, zumindest die letzten beiden Aspekte hier in Zukunft näher zu beleuchten

  • Wie überwinden wir die Grenzen zwischen Anwendungen und Diensten zu einem übergeordneten “Superdienst”, der aus einer weitestgehend sinnfreien persönlichen Lokalisierungsinformation einen echten Mehrwert generiert?
  • Wie schaffen wir es dabei, die Angst vor der totalen Überwachung zu überwinden? Sind “Fences” ein sinnvolles Konzept? Oder ist es gar so, dass wir uns auf eine Zukunft ohne Privatheit einstellen müssen, weil die Zukunft eben genau so ist?

In diesem Sinne.. die Sonne ruft :)